Geschichte von unten

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foto_01Xiaoshanzi2013 alias Piet Trantel – 23. Juni 2013

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Geschichte von unten

Die Kunst unterliegt einem Zwang zur Innovation, Originalität, Aktualität, Moderne. Wenn sie geschichtliche Themen kommentiert, kritisiert, sich dafür engagiert, dann ist es meist jüngste Geschichte, das Tagesgeschehen.

Auch wir können und wollen die Tagespolitik und das alltägliche Geschehen mit unseren Projekten nicht umgehen, aber Geschichte begreifen wir in einem weit umfangreicheren Zusammenhang. ‘9/11’ ist im Jahre 2001 auch ein Thema für die Kunst geworden. Die neue Definition für Terrorismus, die sich daraus ergebenden kriegerischen Einsätze, die Interessen, die dahinter stecken. Die jüngste Finanzkrise hatte ihren Einfluss. Die umfangreichen Baumaßnahmen in China, das Abhalten der Olympischen Spiele und der Expo als wirtschaftliche Signale. Neuerdings der Arabische Frühling, Proteste in Griechenland, der Türkei, Brasilien, … Bürger in der Stadt, die aus politischen oder wirtschaftlichen Motiven auf die Strasse gehen … das alles ist natürlich auch nur in einer spezialisierten Gesellschaft möglich, in der der Revoluzzer sich nicht darum kümmern muss, wie er sein tägliches Brot bekommt.

Adorno und Horkheimer haben nach dem WW2 das industrielle Ausmaß der Vernichtung und Zerstörung erkannt und ihre Erkenntnisse und Schlüsse daraus gezogen. Ich frage mich, ob hermetische oder engagierte Kunst (Handeln) wirkungsvoller ist.

Die industrielle Revolution ist in jedem Fall ein Meilenstein in der Geschichte der menschlichen Zivilisation. Der Anstieg der Bevölkerung und ihrer Verstädterung ist damit exponentiell gewachsen.

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Aber schauen wir doch mal zurück. Was braucht der Mensch (menschliches oder anderes Leben) auf diesem Planeten? Luft, Wasser und Erde …

Unsere Beziehung zur Erde hat sich im Zeitraffer vielleicht so entwickelt: Jäger und Sammler, Nomaden, Ackerbau und Viehzucht, Handel und Industrie, die digitale Revolution, welche Gesellschaftsform kommt danach?

 Die Nutzung oder Ausbeutung des Lebensraumes, des Landes, der Pflanzen und Tiere, der Menschen hat verschiedene Stadien durchlaufen: feudal, kolonial, industriell, kapitalistisch …

Die weltweite Urbanisation ist heute weltweit auf unterschiedlichen Ständen: 50% in China, 80% in Deutschland … und die Tendenz hält an. Materielle und funktionale Urbanisation. Der Lifestyle. In dem Sinne ist das Verhältnis zwischen Stadt und Land heute noch immer feudal oder kolonial (China fehlen diese 300 Jahre).

Wie soll man ein Berliner Unternehmen verstehen, das in Brandenburg einen Flughafen oder Mais zur Energiegewinnung oder schlicht Profit (an-)baut?

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Das Land (ein Dorf) ist auf dem heutigen Stand der Entwicklung kein Lebensraum mehr, sondern eine Raumordnung, in die man investieren kann.

An dieser Stelle setzt nun unser Projekt in Tosterglope an. In einem ländlichen Landkreis in Niedersachsen, wo so viele Kühe gehalten werden, dass man Futter importieren muss, die Milchprodukte exportiert, und nicht weiss, wohin mit der Gülle. Das ist nur ein Beispiel.

Wie hieß doch gleich die Kuh, die sich vor einem oder zwei Jahren im Wald versteckt hat? Wie viel Fläche braucht sie? Wie viel Milch gibt sie? 2 ha pro Person in Deutschland. Wie würde man sie nutzen? 4 ha pro Person weltweit. Wie nutzt die Menschheit sie? Die Weltbevölkerung hat die Marke von 7 Milliarden überschritten. Biomasse auf dem Planeten. Die Gaia-Theorie.

Deutschland überlegt, Asylanten mit Qualifikation ins Land zu lassen. Welche Qualifikation braucht die heutige spezialisierte Gesellschaft (in Deutschland oder China)?

Welche Rolle spielt das Bildungssystem dabei?

Welche Rolle übernimmt die Universität in einer ländlichen Region?

Wir wollten in Tosterglope ganz von vorne anfangen. Die Menschen in der Gemeinde erzählen uns ihre eigenen Geschichten. Diese wiederum muss man in dem großen geschichtlichen – entwicklungsgeschichtlichen – Zusammenhang der Zivilisation verstehen. Aber viel wichtiger für uns: mit welcher Praxis kann man hier ganz direkt etwas machen, das wir im Leben brauchen …

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