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v o n   H a u s   z u   H a u s   # 3

>>  Ein Museum zu Hause  <<

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Das Museum für Alles in Tosterglope ist eine der Initiativen der Bürger, die durch das Kunstprojekt von Haus zu Haus seit 2013 im Auftrag der Gemeinde und in der Trägerschaft des Kunstraum Tosterglope bereits erste konkrete Formen angenommen hat.

Das Museum befindet sich nach wie vor in einer für Experimente offenen utopischen Phase. Mit dem für den 12. und 13. September angekündigten Projekt „Ein Museum zu Hause“ will das Künstlerkollektiv R&ST nun die Frage untersuchen, was Kunst ist und ins Museum gehört oder ob nicht jedes Haus schon ein Museum ist.

Welche öffentlichen Funktionen hat also ein Museum in einer ländlichen Gemeinde zu erfüllen, und was spielt sich andererseits in den privaten Häusern ab, ohne dass die Welt davon erfährt?

1967 äußerte Joseph Beuys im Rahmen seiner viel zitierten These der „Sozialen Plastik“ erstmals die Vorstellung, dass jeder Mensch ein Künstler ist. Das Künstlerkollektiv R&ST zieht etwa 49 Jahre später daraus den Schluss, dass alles Kunst ist. Schon Marcel Duchamp hat vor 98 Jahren alltägliche Gebrauchsgegenstände (ready-mades, von der Industrie oder dem Handwerk gefertigte Massenprodukte) wie das berühmte Urinoir durch einen Sockel und eine Signatur zum Kunstwerk (fontaine) erhoben. Piero Manzoni hat mit dem socle du monde 1961 den Sockel auf die Erde und damit die Frage gestellt, was denn nun eigentlich die Kunst sein soll. Ist also der Planet, die Natur, das Kunstwerk oder die Kultur, all das, was vom Menschen darauf geschaffen wird? Mit solchen Fragen beschäftigt sich das Museum für Alles. R&ST wollen wissen, ob diese Fragen von einem Museum beantwortet werden können, und ob es überhaupt einer solchen institutionalisierten Form zur Untersuchung dieser Fragen bedarf. Ist das Museum, sind die Antworten nicht bereits in jedem privaten Haus zu finden?

Johan Huizinga schreibt in seinem Hauptwerk homo ludens 1938: „Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben‘.“ Dieses Bewusstsein des Anderen im Leben wollen R&ST mit den Bürgern von Tosterglope in einem spielerischen Umgang mit den Werten des Kunstbetriebes schaffen.

Dazu wird auf eine Ausstellungsform zurückgegriffen, an die sich das Internet kaum noch erinnert. 1986 hat der belgische Kurator Jan Hoet die Ausstellung „Chambres d’Amis” in Gent organisiert. Von etwa 49 amerikanischen und europäischen Künstlern wurden für genauso viele private Wohnungen Kunstwerke und Installationen geschaffen, die dann über mehrere Wochen besucht werden konnten. Wenn man so will, hat sich schon damals eine Hinwendung zu neuen sozialen Funktionen in der Kunst angedeutet.

Über derartige partizipative Strategien wird soziales Kapital produziert, das Pierre Bourdieu 1983 als die Gesamtheit der aktuellen und potenziellen Ressourcen in einer Gemeinschaft beschrieben hat. Hier wird sich also zeigen, wie Kunst neben ihrer kulturellen Rolle im Museum oder als ökonomisches Kapital für Sammler und Spekulanten oder in symbolischer Weise für die Sinn- und Prestigesucher auch eine soziale Funktion im Alltag übernehmen kann. So hatten sich die Bürger bei der Befragung von Haus zu Haus 2013 an R&ST ausdrücklich mit dem Anliegen gewandt, den Kontakt zwischen den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde zu beleben.

Wenn sich am 12. September bei einem Umzug des Künstlerkollektivs durch alle Ortsteile der Gemeinde Bürger bereit erklären, an einer ähnlichen Ausstellung teilzunehmen, wird ihnen ein Sockel zur Verfügung gestellt, den sie in ihrem Haus anbringen werden. Zwischen den Teilnehmern kann sich dann ein Austausch entwickeln, über den die Öffentlichkeit zunächst nichts weiter erfährt. Die Bürger werden Kunstwerke oder Dinge, die sie für sinn- und wertvoll halten, die sie selbst hergestellt haben oder anderen zeigen wollen, miteinander tauschen und jeweils in dem Haus ihres Tauschpartners ausstellen.

Am folgenden Tag, dem 13. September, soll dann im provisorischen Museum für Alles beim Kunstraum Tosterglope der Umgang mit den Sockeln, Dingen und Objekten durch beispielhafte kunstspezifische Handlungen gemeinsam spielerisch erprobt werden.

Nach Abschluss einer etwa einmonatigen Austauschphase werden die Häuser in den verschiedenen Gemeindeteilen ab dem 3. Oktober für Besucher geöffnet.

Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der Stiftung Niedersachsen im Format sozioK

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D I A S H O W   > >

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Zur Kunstaktion am 10. Mai 2014 auf der Straße in TosterglopeFEUER: Hirten und Opfer 

etwas zwischen Kunst und Alltag, zwischen Aufführung und beiläufigem Geschehen

Während der Aktion hört man: “…das kann keiner verstehen, oder?…die Künstler sollten vielleicht mal etwas dazu sagen…es ist aber Kunst und Kunst muss man nicht verstehen…”

Eine Aktion sollte es werden, die zusammen mit den Leuten aus der Gemeinde auf der gesperrten Dorfstraße stattfindet. Auf offener Straße kann man einmal durchspielen, wie ein Fest oder eine Veranstaltung eines gemeinsamen kulturellen Dorfzentrums aussehen könnte. Eine Veranstaltung ohne Veranstaltungsraum. Einfach schon mal anfangen. Damit knüpft man u.a. an die Initiative “Unser Haus” an, die sich im letzten Jahr im Zusammenhang der von Haus zu Haus – Gespräche mit den Tosterglopern gebildet und sich auf dem Dorffest mit einem konkreten Konzept vorgestellt hatte. Ein temporäres Dorfkulturzentrum, ein provisorisches Gemeindemuseum, eine vorübergehende ländliche Kunsthalle. Das Dorf stellt sich selbst aus, zeigt, inszeniert und artikuliert, worum es gerade geht, worum es mitunter ging und worum es gehen wird: auf dem Dorf und in der Welt.

Was wäre dann dieses Wesentliche, wenn es sich in einem Gegenstand ausdrücken könnte? Was brächten die Leute mit? Womit würden sie agieren, worüber sich austauschen? Wenn man zusammensitzt oder zusammenkommt, braucht man einen Tisch. Für eine Aufführung braucht man eine Bühne. Es könnte also so etwas sein wie ein großer, langer Tisch, oder mehrere Tische. Ein großes gemeinsames Essen wird inszeniert, eine Feier, ein Fest, eine Eröffnung. Straße und Tische wären dann schon Bühne und Versammlungsort in einem. Jeder bringt etwas zu Essen, etwas selbst Gemachtes oder etwas Symbolisches mit. Mit dem Motto von Feuer, Hirten und Opfer könnte man direkt an das dörfliche Osterfeuer anknüpfen, das hier jedes Jahr von der Feuerwehr organisiert wird.

Ein Aufruf wird in der Gemeinde in Umlauf gebracht sich zu beteiligen: Es würde stattfinden, ein Floh-und Jahrmarkt, ein Dorfcafé, eine Aktion anlässlich eines Ersten Museumsfestes der Gemeinde. Die Straße vor dem Kunstraum wird gesperrt, die Feuerwehr präsentiert ihren Einsatzwagen, es agiert die Künstlergruppe R&ST mit Tischen, es gibt Kaffee und Kuchen, sowie Flohmarkttische mit Dingen und Erstaunlichem aus der Gemeinde und auch selbstgemachte Musik.

Feuer, Hirten und Opfer: Das Feuer ist die Feuerwehr, die Hirten sind die Leute und die Tische sind die Herde. Opfer ist, was auf den Tischen und drumherum dargebracht und ausgelegt wird, alles, was kommuniziert wird.
Samstag 11.00 Uhr. Die Sonne sticht fast, es ist frisch und etwas windig.

Am Abend und in der Nacht hatte es heftig geregnet, so dass man kaum damit rechnen konnte, dass viele Leute zum Fest kommen werden.

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Im Hofgelände des KUNSTRAUM TOSTERGLOPE ist ein Zelt installiert, das Regenschutz bietet. Es gibt ein paar Biertische. Im Projektraum, der ehemaligen Diele des alten Hofes, steht ein langer Tisch mit Fundstücken, Formen, Materialien aus der Scheune. Ausserdem ein Tisch im Zentrum mit zwei Modellen – das Dorf und ein Umbauvorschlag der großen Scheune zu einem kulturellen Veranstaltungsort: die Bachelorarbeit von Henrik Schoop vom Nachbarhof, der damit sein Architekturstudium abschliesst.

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Die Straße vor dem Hof des Kunstraumes ist gesperrt. Der Wagen des Künstlerkollektivs Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel ist unterwegs, um für die Veranstaltung am Nachmittag Tische aus Köhlingen und Ventschau abzuholen.

Gegen Mittag beginnt es wieder zu regnen, aber längst nicht mehr so heftig wie am Vortag, es gibt Pausen. Allmählich füllt sich der Hof mit Menschen, die ihre Flohmarktstände und Tische aufbauen, die leckere Kuchen vorbeibringen, einander helfen und sich für das Fest einrichten.

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15.00 Uhr, etwa 70 – 80 Leute sitzen im Hof unter dem Zelt, unter den vorkragenden Dächern, im Dielenraum und unter dem abgespannten Segeldach, plaudern, schauen und haben damit begonnen, Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken. Es regnet wieder. Die Performance ist für 15 Uhr auf der Straße angekündigt. Dort warten unter einer Plane an der westlichen Absperrung 22 Tische, die von Anwohnern für die Aktion zur Verfügung gestellt wurden.

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Gegenüber der Hofeinfahrt steht ein Einsatzwagen der freiwilligen Ortsfeuerwehr mit geöffneten Türen. Die Feuerwehrleute Lars Weber, Herbert Wöhlke und Franz Weise in Arbeitskleidung laden zu Besichtigung und Information zum Thema Feuerwehr ein. Schützen, Bergen, Retten, Löschen.In der Hofeinfahrt unter einem Vordach steht ein Kleintransporter mit der Aufschrift einer 49. Auf dem Dach befindet sich eine Aktivbox neben einem Bildschirm, auf dem ein loderndes Feuer zu sehen ist. Aus dem Lautsprecher hört man den Originalton des Tostergloper Osterfeuers von diesem Jahr. Im Hintergrund das Plaudern und die Stimmen der Feuerbesucher.

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Gegen 15.30 Uhr tritt eine Regenpause ein. Die Künstler gehen nun durch die Reihen und bitten die Kaffeegäste darum, aufzustehen und mit auf die Straße zu kommen. Der Ton aus dem Lautsprecher des Kleintransporters spielt nicht mehr Feuerprasseln und Ostergespräche ab sondern deutlich über die Entfernung von etwa 50 Metern hörbares Glockenläuten. Langsam bewegen sich etwa 70 Menschen auf die Straße zu und versammeln sich am Rand in der Nähe der westliche Absperrung bei den Tischen, die nun frei ohne Abdeckung stehen, etwa 150 m vom Kunstraum entfernt. Das Glockenläuten schwillt über eine Zeitspanne von 2 Minuten an und ebbt dann langsam ab bevor der Loop wieder von vorne beginnt. Es sei das Tostergloper Glockenläuten, betonen die Künstler auf Nachfrage.

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Sie beginnen wortlos und behutsam einen Tisch vom hinteren Teil der Ansammlung zum vorderen Teil zu tragen, setzen ihn dort ab und holen langsam den nächsten nach vorn. Mehr und mehr Leute kommen ohne Aufforderung hinzu und helfen, fassen mit an, heben und tragen zu zweit oder zu dritt, seitlich oder über dem Kopf, kippen, rollen, hebeln, stemmen, setzen ab, stützen und überbrücken, legen ab und stellen übereinander. Menschen bewegen Tisch für Tisch die Ansammlung auf der Straße in Richtung Hofeinfahrt. Vier ältere Leute sitzen zusammen auf einem niedrigen Tisch wie auf einer Bank. Kinder türmen Tische übereinander und tragen sie wieder ab. Zwei Feuerwehrleute helfen dabei, einen Tisch, auf dem Kinder sitzen, anzuheben, und in die Hofeinfahrt hinein zu tragen…

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Allmählich löst sich die Menge auf und kehrt zurück zum Flohmarkt und Café. Die Tischherde hat sich in Richtung Kunstraum bewegt und wird mit der Plane abgedeckt, denn der Nachmittagsregen hat wieder eingesetzt. Das Glockenläuten hat aufgehört. Auf dem Monitor des Kleintransporters sieht man wie vorher das lodernde Osterfeuer.

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Bis etwa 18.30 Uhr dauern Flohmarkt, Café und Ausstellungen im KUNSTRAUM. Es regnet, die Leute schauen, plaudern, erzählen, kaufen, handeln – offensichtlich unbeeindruckt von den Wetterverhältnissen. Eine Flohmarktverkäuferin ist zufrieden: 60 Euro Einnahmen, Stand umsonst, das sei für ihre Verhältnisse wirklich viel. Noch am Abend fahren die Künstler mit dem Kleintransporter in den Gemeindeteilen herum und bringen ausgeliehene Tische zurück.

Fotos: Reinhard Beu, Dieter Brandes, Anne Staufenbiel, R&ST

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Das Thema Dorf in aller Munde – ein Blick auf die Presse und ein vorläufiges Fazit …

von R&ST

Während der Sommerwerkstätten in der Gemeinde erreichten uns eine Menge von Artikeln und Nachrichten über ähnlich gelagerte Projekte. Interessant zu sehen, wie die Nachbarn in Barskamp das so machen und auch interessant, wie unsere chinesische Freundin in der Wochenzeitung “Die Zeit” über ihre Eindrücke in der Gemeinde Tosterglope berichtet. Haben wir denn wirklich Pinsel in der Gemeinde verteilt?

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Unter der Rubrik “Landleben” berichtet gar das Fernsehmagazin “Prisma” Nr. 31/2013 über sogenannte Dorfkümmerer in Brandenburg. So verstehen wir uns eigentlich nicht, aber es ist vielleicht doch noch näher dran als an einer “akademischen Dorfrettung” wie die FAZ bei einem Dorfprojekt im Rheinland titelt. Eine derartige akademische Rettung von außen käme uns nicht in den Sinn. Wir möchten finden, umsetzen und sichtbar machen, was die Leute selbst bewegt; uns interessiert, was ihr in der Gemeinde euch wünscht.

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Akademischer Einfluss kann dabei allerdings nicht schaden:

Im Vorfeld der Sommerwerkstätten wurde R&ST von Akademikern der Leuphana-Uni im Rahmen des Daniel-Frese-Preises 2013 für das Konzept “von-Haus-zu-Haus” geehrt. Wer darf sich denn jetzt über diese Anerkennung freuen? Wir geben hiermit alle Ehrungen dieser Art an die Gemeinde weiter und bedanken uns bei allen für die vielen Ideen, Initiativen, Versuche, Begegnungen und Anregungen und nicht zuletzt für das schöne gemeinsame Dorffest, auf dem wir mit einem “Volkskino” und einer Ausstellung in der Scheune am Dorfplatz zeigen konnten, was wir in der Gemeinde entdeckt haben und was sich dort alles bewegt und in Bewegung gerät.

Es geht uns vor allem um das Zeigen und Sichtbarmachen.

Das Ideen-Potiential wird sichtbar, gar nicht die Idee im Detail selbst. Die wäre schon zu konkret und würde weitere Assoziationen bremsen. Nein, wir verlassen uns auf die Eigendynamik von kleinen Impulsen des Anfangens. Was man genau macht, spielt eigentlich keine Rolle. Wie man es macht und mit welcher Stimmung es geschieht, trägt weiter. Jedenfalls gilt nicht immer die gewohnte Qualität von effektiver oder wertvoller Arbeit. Nicht zu werten, fällt uns studierten Künstlern nicht leicht. Aber beim gemeinsamen Musik-Machen konnten wir erleben: Dabei sein, ist schön, und das dient im Grunde viel mehr dem Ganzen, als sich in irgendwelche detailreichen Verbesserungsvorschläge zu versteigen.

Dass etwas nichts bringt oder sowieso nichts nützt, ist vorrangig nicht nur eine Frage ökonomischer oder marktstrategischer Erwägungen. Was bei diesem künstlerischen Projekt für und mit der Gemeinde eigentlich zählt ist, dass etwas geschieht, auch wenn man es nicht direkt sieht – besser noch, dass etwas entsteht, das wir nicht unbedingt angestrebt haben. Ein Klima der Anregung und Motivation zu schaffen, selber zu tun und einfach mit einem Gedanken anzufangen, kann nämlich ganz schön kommunikativ sein. Von verschiedenen Seiten kamen ähnliche Rückmeldungen: In der Zeit der Sommerwerkstätten sei es möglich geworden viele unterschiedliche Menschen aus der Gemeinde mit ihren Interessen kennen zu lernen und diesen sogar anders als gewohnt zu begegnen, Leuten, die man teils noch gar nicht kannte oder die man in dieser Weise nicht wahrgenommen hatte.

Und wie geht von Haus zu Haus weiter?

Das Dorffest findet jedenfalls alle zwei Jahre statt. Das ist toll. Wir freuen uns natürlich schon auf das nächste. Und in der Zwischenzeit? Oder weiter gedacht – wir fragen gerne so: Und in den nächsten 49 Jahren? Wir finden, es sollte im Kleinen ruhig so weiter gehen, das Große wird sich immer rückblickend ergeben. Einfach erstmal anfangen. Sichtbar geworden ist – und dies sollte man mit allen Unschärferelationen weiter pflegen und entwickeln – , dass diese Gemeinde außergewöhnlich ist und enormes gestalterisches Potential hat.

sw

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Anlässlich einer Podiumsdiskussion zu „Kunst im öffentlichen Raum“ in den Räumen des Kunstvereins Lüneburg am 23. Juni 2013 entstand dieser Text.

Johannes Kimstedt, Leiter des KUNSTVEREIN Lüneburg und KUNSTRAUM TOSTERGLOPE, sprach mit Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel, (KÜNSTLERKOLLEKTIV R&ST)

K u n s t   i s t   ö f f e n t l i c h !

Die schöne Stadt Lüneburg ist im Bereich der bildenden Künste nicht gerade reich ausgestattet, sei es im musealen Kontext oder in der Galerien- und Künstlerszene. Immerhin 2 Kunstvereine versuchen die Kunst-Fahne hoch zu halten und kämpfen auf hohem Niveau um die Wahrnehmung der Positionen zeitgenössischer Kunst und ihrer Herkünfte. Die Lüneburger Leuphana Universität ist bekannt für ihren Studiengang Kulturwissenschaften. Kunstvermittlung und Kulturvermittlung sind hier wesentliche Themen.

In Lüneburg regt sich regelmäßiger aber zaghafter Bürgerprotest über oder gegen (Kunst)Werke im öffentlichen Raum. Das ist gewiss nicht anders als in anderen Städten. Dabei geht es um die Position von Reiterstatuen, die aus zweifelhaften historischen Anlässen aufgestellt wurden genauso wie um die Einrichtung von Brunnenanlagen an prominenter Stelle im Stadtraum. (Brunnen am Sande, Das Pferd des Gauleiters, die Skulptur im Hof des Glockenhauses)

Unser Podiumsgespräch soll den öffentlichen Diskurs gerade auch in Lüneburg anregen und seine Angemessenheit deutlich machen.

Trantel: Auf einem Friedhof wird der Grabstein entfernt, wenn nach 30 Jahren der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Schade drum, vielleicht, aber der Raum ist begrenzt. Und wer zahlt, der bestimmt …

Welche Aufgabe, welchen Zweck – wenn überhaupt – soll ein (Kunst)Werk im öffentlichen Raum erfüllen? Und ist dieser immer politisch zu nennen? Seien es Stolpersteine, Gedenkbüsten oder Brunnen, die von Künstler/innen entworfen wurden oder Künstler/innen-Performances oder sogenannte Interventionen im öffentlichen Raum.

Trantel: Hermetik oder Engagement, das war nach Adorno und Horkheimer die Frage, die sich ein Kuenstler nach dem industriellen Ausmaß der Vernichtung im WW2 zu stellen hatte. Wenn Wirtschaft die Fortsetzung des Krieges mit friedlichen Mitteln ist, ja welchen Zweck hat menschliches Handeln dann ueberhaupt? Ist es die Aufgabe der Kunst, daran etwas zu ändern? Oder will das Volk nicht lieber Brot und Spiele?

Raabe/Stephan: Wer bin ich? Wo bin ich? Was machen wir hier eigentlich? Wenn wir so fragen geht es nicht primär um eine Verschönerung der Stadt (Lüneburg) sondern darum etwas in der Stadt zu ermöglichen, das nicht da ist. Ein erster Schritt dafür ist es, Fragen an einem öffentlichen Ort zu stellen, Fragen, die Handlungs- und Spielräume eröffnen. Kunst hat dabei die Aufgabe das Mögliche, das Potential einer Situation zu thematisieren und erlebbar zu machen zum Beispiel schon einmal mit etwas Unmöglichem mit etwas Undenkbarem anzufangen. Kunst bildet so einen Gegenpol zu dem, was vorhanden ist, sie muss überraschen, stutzig machen, zum Dialog auffordern, Wünsche, Ideen und Vorstellungen, Visionen anregen und sichtbar machen.

Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum wäre daher durchaus veränderbar, es könnte wieder verschwinden ohne an Bedeutung zu verlieren, es wäre temporär und würde Zeiträume für Entwicklungen ermöglichen, es würde nicht regeln und begrenzen sondern im Gegenteil öffnen, anknüpfen und ausweiten. Es würde Lebensräume lebendig machen.

Trantel und Raabe/Stephan: Nolli (1748) trennt auf seinem Stadtplan von Rom noch sauber zwischen öffentlichem und privatem Raum, Robert Smithson forderte als Künstler gesellschaftliches Engagement als land reclamation ein. Wir haben ein Grundrecht auf Versammlung unter freiem Himmel!

Doch um eine Nutzung, eine Erforschung der darauf basierend Möglichkeiten  von öffentlichem Raumes geht es bei Gestaltungsfragen in der Öffentlichkeit nicht, so gut wie nie. Diesen Raum gibt es gar nicht. Was unser Denken und Handeln bewegt ist immer die Kommerzialisierung des Raumes. Der entscheidende Maßstab eines Raumes ist sein Marktwert, alle anderen Werte oder Potentiale sind dieser Funktion untergeordnet. Kulturelle und soziale Werte werden stets von ihrer ökonomischen Funktion aus bewertet und entscheiden über das persönliche und gesellschaftliche Engagement in diesem Raum. Es gibt im Prinzip nur noch kommerziellen Raum. Der Mangel an öffentlichem Raum wurde eine Zeit lang ersetzt durch die illusorische Hoffnung auf die Wirksamkeit basisdemokratischer Möglichkeiten im Internet. Es ist seit Anfang der Diskussionen um die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum eigentlich klar, dass es illusorisch ist, von der Existenz jener Öffentlichkeit auszugehen, die Kunst überhaupt benötigte. Wenn man von Öffentlichkeit spricht sollte man vor allem anderen an Handlungsperspektiven und Alternativen denken, an die Vielfalt von Lebensformen und die bewegende Überraschungskraft anderen Ideen und Vorstellungen, die durch den fortschreitenden Prozess der  Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes verloren gegangen sind. Wenn jetzt die Nischen, die noch geblieben sind, eng werden, ist die Reaktion der Kunst, innerhalb ihres eigenen Bereiches zu selektieren, völlig falsch. Angegriffen werden müssen ganz andere Dinge, nämlich die, die den Raum im Interesse von Profit und Kommerz besetzen und dadurch menschliches Potential begrenzen und Handlungsspielraum beschneiden. Will man Kunst und Öffentlichkeit nach diesem Maßstab bewerten, dann muss man nur danach fragen, welches Interesse sie verfolgen. Falsch hingegen ist es auch, nur formal-ästhetische Argumente anzubringen, denn diese dienen meist auch nur der eigenen Werte- und Machterhaltung, nicht aber dem Respekt und der Öffnung eines lebendigen Zusammenspiels vielfältiger Lebensansichten und Lebensformen.

Wer soll über Auswahl, Ankauf und Aufstellung oder Durchführung eines solchen Werkes entscheiden? Welche Rolle sollen „Fachleute“ dabei spielen? Und wer sind diese überhaupt für diesen Bereich? Sollte es nicht vor allem temporäre Installationen geben? Und ist eine Kommission vorstellbar, die nach einer gewissen Zeit (Kunst)Werke aus dem öffentlichen Raum wieder entfernt um beispielsweise „zeitgemäße“ Positionen zu setzen. Ist dies aus Ihrer Sicht zulässig?

Trantel: Wäre es nicht interessant, diese Fragen am Beispiel eines Friedhofes statt an der Kunst zu diskutieren?

Raabe/Stephan: Kunst im öffentlichen Raum entwickelt sich mit den bisherigen Verfahren und Formen nicht weiter! Ankauf geht von monetär messbaren Werten aus auf die es eigentlich nicht ankommt. Ankauf verhindert wirkliche Teilhabe und persönliches Engagement und mindert dadurch wesentliche Wirksamkeitspotentiale. Fachleute sind diejenigen, die bereit sind, sich mit etwas auseinander zu setzen! Die Zauberworte wären temporär und prozessual, in Kommunikation mit allen Beteiligten, langfristig mit und für die Menschen und Situationen, Wertungssysteme verändern.

Wo setzt die Kunstdiskussion ein, wo die Fragen zu Stadtplanung und Architektur, und wo/wann wird die Demokratielinie erreicht, wenn es beispielsweise um die Frage von Öffentlichkeit und den Einsatz von Steuergeldern geht?

Trantel: Ja, muss nicht die Diskussion besonders in der kapitalistischen freien Marktwirtschaft am Einsatz privater Gelder ansetzen? Sehen wir uns doch mal um in der Stadt. Sie ist vollgestopft mit Architektur, Maschinen, Fabriken, ist das alles Privatsache? Oder gilt, wer Geld bezahlt, hat Recht und Macht?

Raabe/Stephan: … und bestimmt wie die Welt aussieht. Was bereits vor über vierzig Jahren als Erweiterung des Kunstbegriffs bezeichnet wurde muss weiter gedacht werden. Es geht nicht um Begriffe, sondern darum, dass Beteiligte sich von ihren Rollen lösen und öffnen. Das wäre  in unserem Sinn eine Wirkungsausweitung. Auch der Begriff des „in situ-Arbeitens“ muss neu gedacht und erprobt werden. Nicht so viel regulieren und definieren: tolerieren, respektieren, fördern, unterstützen, nicht werten und beurteilen, sondern Vielfalt ermöglichen, kommunizieren und zusammen arbeiten.

Entzündet sich nicht an der eher harmlosen Geschmacks- oder Verständnisfrage eine viel aufregendere Frage nach politischer Teilhabe der Bürgerschaft?

Trantel: Ist beim Bürger denn Interesse, Zeit und Lust, dafür überhaupt vorhanden? Wir leben in einer spezialisierten Gesellschaft. Da ist der einzelne schon nicht mehr in der Lage, sein Essen selbst zu besorgen, seine Scheiße zu entsorgen. Wie soll er da eine politische Meinung vertreten, geschweige denn mitentscheiden? Wenn dann bitte schön mit Haut und Haaren, Basisdemokratie, Volksentscheid. Auch wenn das bedeutet, Europa zu zerschlagen, in kleinen überschaubaren communities zu leben und sich selbst zu versorgen. Oder wie Bernard de Mandeville sagte: „Wollt ihr die Goldnen Zeiten wieder? Da aß man Eicheln und war bieder.” Wer will das schon? Aber ist politische Teilhabe mit einem Grundeinkommen und durch das Internet möglich? Werden uns die Piraten zeigen, wie es geht?

Raabe/Stephan: Kunst ist Praxis. Auf der Ebene der Diskussion kommt man nicht weiter. Kunst ist Wirklichkeitstraining, Handeln, Anfangen, Machen, Ausprobieren ohne zu Wissen wohin das letztendlich führt. Teilhabe wäre zu wenig.

Gastgeber dieser Podiumsdiskussion ist eine Kooperative zweier Kunstvereine in Stadt und Land – welchen Stellenwert hat das (Kunst)Werk im ländlichen öffentlichen Raum?Kennen Sie aus Ihrer Sicht gelungene Beispiele?

Raabe/Stephan: Ja!

Trantel: In NY: Time Scape (Alan Sonfist), aber leider wurden die Penner vertrieben, die es sich dort gemütlich gemacht hatten.

Bei Overton (Nevada): Double Negative (Mike Heizer), weil die Schneise, die hier geschlagen wurde, sich überall in der Natur und von Menschen gemachter Infrastruktur wiederfindet.

In Thailand: The LandFoundation (Rirkrit Tiravanija)

In HH: niemandes land (selbst), weil es die Beziehung zwischen Mensch und Erde radikal in Frage stellt.

Man denkt besonders im öffentlichen Raum immer an etwas bleibendes Materielles, wie Häuser in der Stadt oder Steine auf einem Friedhof. Dabei ist ja das Leben vorher die ganze Zeit ein viel stärkerer Eingriff in den öffentlichen Raum.

Raabe/Stephan: Daher sind für uns die Zeiten der künstlerischen Interventionen und Eingriffe vorbei …

Eine direkte persönliche Frage: Welches (Kunst)Werk würden Sie sich und der Öffentlichkeit für den öffentlichen Raum (in Stadt oder Land Lüneburg) wünschen?

Trantel: Lüneburg ist so kleinkariert, vielleicht kann man das sichtbar machen. Oder wird das schon am von Daniel Libeskind geplanten Neubau der Uni deutlich? Ich würde einer Kleinstadt wie LG mehr Mut wünschen, sich im Abseits des internationalen Mainstreams zu blamieren.

Raabe/Stephan: Nicht ein Werk, sondern einen Prozess würden wir empfehlen, als Experten. … und deshalb würden wir die Liste mit unseren gemeinsam mit Piet Trantel entwickelten Projekten ergänzen:

Pflanzenpflegestation”, „Restkunst“ und „von Haus zu Haus“. Wir wünschen, dass in derartige Prozesse weitere Menschen einsteigen, diese erweitern und andernorts fortsetzen. Dafür haben wir einen Zeitraum von 49 Jahren gesetzt: eine ILennale.

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Fragen zum Leben auf dem Dorf – ein Gesprächsmodell

Hallo guten Tag … haben Sie unseren Rundbrief bekommen … und schon gelesen … wir sind die drei … einer ist leider … haben Sie ein bisschen Zeit … wir würden gern mit Ihnen sprechen … wir leben seit 1999 in Hamburg … uns interessiert, wie das Leben auf dem Land ist … es gibt ja einen globalen Trend der Urbanisierung, vor allem in Afrika und Asien … weltweit

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oder z.B. in China ist die 50%-Marke bereits überschritten … Deutschland gehört zu den am stärksten urbanisierten Ländern der Welt … mit wieviel %, ist schwer zu sagen, aber mindestens 75%, und der Trend hält an … davon ist indirekt (funktionale Urbanisierung) auch der Lebensstil auf dem Land betroffen … erzählen Sie uns doch einmal, seit wann Sie in Tosterglope leben … wo vorher … wie sind Sie hierher gekommen … dürfen wir uns Notizen machen … wir würden nämlich gern einen Fragebogen für die website aufstellen, wissen aber noch nicht, welche Fragen da hinein gehören … die Gespräche, die wir sicher nicht mit allen führen können, helfen uns dabei … wie ist denn das Leben in T. … welche Probleme gibt es … was könnte man dagegen unternehmen … welche Vorteile oder guten Seiten hat das Leben auf dem Land … wir arbeiten ja mit dem Kunstraum zusammen … wie finden Sie denn deren kulturelles Angebot … was könnte man da verbessern … was sollte man noch anbieten … der erweiterte Kunstbegriff … ist jeder ein Künstler, oder hat jeder die Chance, einer zu sein … welche Rolle spielt die Kunst in der Gesellschaft … das ist wie Demokratie oder freie Marktwirtschaft, in der jeder die Chance hat, reich zu werden … aber es können nicht alle reich werden … die Anziehungskraft der Stadt war der Marktplatz … mit der industriellen Revolution der Arbeitsplatz … das kulturelle Angebot … heute spielen viele nur noch die Rolle eines Konsumenten von industriellen Massenprodukten … uns interessiert über die Kunst hinaus alles, was jemand selbst macht und nicht nur kauft … egal, ob das Kunst, Musik, Theater oder irgendetwas ohne jeglichen Anspruch ist … was machen Sie beruflich … wie bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt, wenn man fragen darf … welche anderen Tätigkeiten üben Sie aus … welche Hobbys … allein, zusammen, im Verein … können Sie sich vorstellen, selbst einen workshop anzubieten … hätten Sie Lust, an irgendwelchen anderen teilzunehmen … wir machen zur Zeit die Rundgänge und Befragungen (Phase 1) … daraus können sich Workshops oder Initiativen jeder Art entwickeln (Phase 2) … wir hoffen, dass sich diese Dinge langfristig entwickeln … und dass sie die Buerger in den 4 Ortsteilen zusammenbringen … das klingt vielleicht ein bisschen hochtrabend, aber wir haben in unserer Praxis festgestellt, dass es wichtig ist, einen Anfang zu machen … im Sommer ist ein Fest geplant (Phase 3), bei dem alle Ideen und Initiativen vorgestellt werden sollen … wir hoffen, Sie sind dabei …