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1. – 5. AHP | 2014:

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Erste Gartenschau in Gut Horndorf – ERDE: Ackerbau und Leben

Zur ersten Gartenschau am 12. August 2014 treffen wir uns um 11:00 auf dem Gut.

Im Vorfeld weicht ein Mähdrescher von seinen gewohnten Bahnen ab und mäht eine Kreisform in das Getreide. Die Aktion wird von einer Drohne aus gefilmt.

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Zum angekündigten Gartenschau-Termin gibt es einen gemeinsamen Weg entlang der Grenzen von privaten Gärten und industriellen Agrarflächen.

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Vom Gutsgelände aus bis hinunter zur Siedlung zieht eine Menschengruppe ausgestattet mit Handwagen, Gartengeräten und einer Giftspritze, die mit Wasser gefüllt temporäre Zeichen und Linien auf die Landstraße sprüht.

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Die Gespräche thematisieren Zeiten, als dem Gut noch mehr Ländereien gehörten und die Arbeiter in Gruppen zu geringen Löhnen harte körperliche Arbeit leisteten.

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In der Siedlung angekommen werden Stühle aus den Häusern zusammen getragen um zu sitzen, zu plaudern und etwas zu essen. Der Drohnenfilm läuft im Kofferraum eines Autos auf einem Laptop: Autokino. Es gibt selbst gemachte Musik, Saxophon, Posaune, Cello, Bass und Jembee.

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Ein Blick auf das Horndorfer Korn oder über den Gartenzaun hinaus schauen, am 23. Juli 2014

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Das Ganze ist genau wie in einer hochspezialisierten Gesellschaft nicht nur die Summe seiner Teile, sondern vor allem eine Frage ihrer Organisation und der Koordination. Dabei spielt Kommunikation mit allen nur erdenklichen und nicht nur technischen Mitteln eine unerlässliche Rolle. Das Künstlerkollektiv R&ST steckt zur Zeit in den Vorbereitungen für die Erste Gartenschau im Gut Horndorf und der Siedlung. Zusammen mit den Bewohnern der Gemeinde Tosterglope soll im Rahmen des soziokulturellen Projektes von Haus zu Haus der Blick hier auf die Gärten vor und hinter den Häusern gelenkt werden. Dabei werden aber auch die Sichtachsen auf die weiten Felder der landwirtschaftlich genutzten Flächen freigelegt. Wie bereits bei den vorigen Veranstaltungen in Tosterglope, Köhlingen und Ventschau wird das Künstlerkollektiv auch dieses Mal wieder eine AHP (Aktion Happening Performance) vorbereiten.

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Das Wetter ist günstig am heutigen Mittwoch. Die Mähdrescher sind überall auf den Getreidefeldern im Einsatz. Nach der Gerste und dem Raps hat die Ernte auf den Weizenfeldern begonnen. Ein leichter Wind aus nordöstlichen Richtungen treibt das gehäckselte Stroh und den Staub mit etwa 15 Stundenkilometern nach Südwesten. Der pixel flight Drohnenpilot Axel Reinhardt aus Lüneburg, der mit seinem heutigen Camera Operator Jakob Gelhard aus Barskamp die Aktion aus der Luft filmen wird, freut sich zwar auch über die Abkühlung, hat aber seine Bedenken, weil das Fluggerät in etwa 50 Metern Hoehe schwanken wird und die Aufnahmen dadurch verwackeln können. Heute soll der Mähdrescher aus der üblichen Spur gebracht werden. So hat es der Regisseur der Aktion Piet Trantel mit dem landwirtschaftlichen Projektleiter Jens Uffmann vereinbart. Der Fahrer des Mähdreschers Uwe Rueter freut sich schon, zum ersten Mal im Leben einen Smiley ins Korn mähen zu dürfen und witzelt über die Höhe der Gage, während das Künstlerkollektiv eher Anknüpfungspunkte bei der amerikanischen Land Art sucht. Nach einer Diskussion unter den Akteuren einigt man sich auf einen Kompromiss aus landwirtschaftlicher Notwendigkeit, fliegerischen Könnens, kunsthistorischer Rekonstruktion und individueller Laune. Alle Beteiligten stehen in den Startlöchern. Die Kameras sind in Position. Die Drohne hebt ab. Jens Uffmann funkt dem Mähdrescherfahrer das Signal zum Start. Es geht los … und das Ergebnis dieser Aktion wird man am 10. August in Gut Horndorf sehen können, wenn die Bewohner des Dorfes, die Gemeinde, der Kunstraum Tosterglope und das Künstlerkollektiv R&ST zur ersten Gartenschau einladen.

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E R S T E S   B A D E   F E S T :  

Parallel zu einem Benefizkonzert auf dem Thielehof wird zu einem Badefest am See eingeladen. Wassergefäße werden auf der Wiese verteilt, Wasser wird geschöpft, weitergegeben und vergossen.

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Auf dem See probt ein gelbes Schlauchboot seine Seetüchtigkeit. Die Surfschule Ventschau versucht erste Balanceübungen in Bauchlage auf einem Longboard. Ein gelber Wasserschlauch spannt sich vom Findling im Zentrum über die ganze Wiese.

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Einige Besucher des Open Air Konzerts kommen extra zum Baden vorbei. Die Idee einer Menschenkette vom See bis hinauf zum Konzerthof, die Lichter in Wassergefäßen trägt, wird in diesem Jahr noch nicht umgesetzt.

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Statt dessen füllen Künstler und Bürger Badewasser in Schraubdeckelgläser ab um diese in den nächsten Tagen in der Gemeinde als Zeichen der Verbundenheit untereinander weiterzugeben. Zwischendurch gibt es auch Regenschauer, Wasser von oben.

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Der Künstler und Architekt Thomas Müller erprobt eine Vision, die er aus Gesprächen mit Bürgern der Gemeinde entwickelt hat. Ein Floß, das improvisierte Modell einer Plattform für den See, wird gebaut und vor Ort installiert.

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 3   L I N D E N   F E S T

Köhlingen feiert ein volkstümliches 3 Linden Fest. Im letzten Jahr hatte noch eine schiefe Pappel auf dem zentralen Platz gestanden, die nun abgesägt werden musste um einer jungen Linde Platz zu machen.

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Drei Linden stehen nun hier und geben dem Fest in Zukunft einen Namen. Wimpel schmücken den Platz zwischen den drei Köhlinger Höfen, die Feuerwehr hat ein Zelt aufgebaut, Jäger haben ihre Jägerkarren auf dem Platz geparkt, drei Fahnen wurden für das Fest entworfen und an Fichtenstangen gehisst.

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Es gibt ein Jägerquiz mit Preisverleihung, Bogenschiessen auf besondere Ziele, Besichtigung der Bauerngärten und Jagdpräparate, Hornblasen, eine Volkstanzaktion, die zum sommerlichen Reigen auffordert, einen eingeladenen Motorsägenbildhauer. Eine verwickelte Kunstaktion mit verknoteten Altkleidern beschließt das Fest und macht Lust auf ein weiteres.

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“Ich habe das Drei-Linden-Fest besucht und einen wunderschönen Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein in Köhlingen verlebt. Es war ein gelungenes, gut besuchtes Fest. Am besten hat mir gefallen, dass die Bäuerinnen ihre Gärten für Besucher geöffnet hatten, aber auch die Jagdhornbläserinnen und der Volkstanz rund um die Linde zum Mitmachen für Jedermann. Beeindruckend war außerdem die Jagdtrophäenschau im Hause Lütgens sowie dem Künstler bei der Arbeit zuzusehen, der mit seiner Motorsäge aus der gefällten Pappel eine Eule fertigte.”

Brigitte Dörling

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Die Vorbereitungen für das    3  L I N D E N   F E S T   laufen auf Hochtouren, hier ein kleiner Einblick ins Programm.

Für die gemeinsame Aktion mit Bürgern und Besuchern bitten wir alle alte Stoffe und Kleider (eventuell zum Zerschneiden) mitzubringen. Wir freuen uns auf euch!

Am Sonntag – 6.7. ab 15:00 – erklingen tönende Weisen des Damen-Jagdhorntrios, im Weiteren gibt es eine Ausstellung mit Tierpräparaten und einem Jäger-Quiz mit 3 erfrischenden Gewinnen. Volkstänze mit  Marion + Svetlana bringen die Anwesenden (die Lust haben mit zu tanzen) in Schwung. Treffsicherheit mit Pfeil & Bogen können bei Arnold geübt und bewiesen werden. 3 Hochsitze werden die Situation erhöhen, 3 neue Flaggen wehen im Wind und  bunte flatternde Wimpel erheitern das Gemüt:

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Hanni fertigte bereits 170 Stück! Siggi hat eine Jäger-Fotoserie vorbereitet, Holzbildhauer Dirk findet eine neue Gestalt für die Pappel, die der dritten Linde weichen musste. Andreas übernimmt in Sachen Holz die Vorarbeit.

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Natürlich können wieder die leckersten Kuchen der Gemeinde gekostet werden und für Kaffee und Erfrischungen ist gesorgt, dank Karin, Gerlinde, Steffi und Christine. Bei den Aufbauten gibt es große Unterstützung von Jan-Christoph, Andreas, Christian, Volker, Jürgen, der Feuerwehr, die uns das Zelt aufbaut und Sitzgelegenheiten zum Klönen liefert.

1001 Dank an alle Beteiligten! Besonderer Dank geht an den Träger des gesamten Projekts, den KUNSTRAUM TOSTERGLOPE. Mit seinem ersten Museumsfest hat er den Anfang gemacht, die 5 Kunst-Aktionen von R&ST in diesem Jahr immer mit einem Bürgerfest zu begleiten.

 

“Ich habe das Drei-Linden-Fest besucht und einen wunderschönen Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein in Köhlingen verlebt. Es war ein gelungenes, gut besuchtes Fest. Am besten hat mir gefallen, dass die Bäuerinnen ihre Gärten für Besucher geöffnet hatten, aber auch die Jagdhornbläserinnen und der Volkstanz rund um die Linde zum Mitmachen für Jedermann. Beeindruckend war außerdem die Jagdtrophäenschau im Hause Lütgens sowie dem Künstler bei der Arbeit zuzusehen, der mit seiner Motorsäge aus der gefällten Pappel eine Eule fertigte.”

Brigitte Dörling       

 

 

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Zur Kunstaktion am 10. Mai 2014 auf der Straße in TosterglopeFEUER: Hirten und Opfer 

etwas zwischen Kunst und Alltag, zwischen Aufführung und beiläufigem Geschehen

Während der Aktion hört man: “…das kann keiner verstehen, oder?…die Künstler sollten vielleicht mal etwas dazu sagen…es ist aber Kunst und Kunst muss man nicht verstehen…”

Eine Aktion sollte es werden, die zusammen mit den Leuten aus der Gemeinde auf der gesperrten Dorfstraße stattfindet. Auf offener Straße kann man einmal durchspielen, wie ein Fest oder eine Veranstaltung eines gemeinsamen kulturellen Dorfzentrums aussehen könnte. Eine Veranstaltung ohne Veranstaltungsraum. Einfach schon mal anfangen. Damit knüpft man u.a. an die Initiative “Unser Haus” an, die sich im letzten Jahr im Zusammenhang der von Haus zu Haus – Gespräche mit den Tosterglopern gebildet und sich auf dem Dorffest mit einem konkreten Konzept vorgestellt hatte. Ein temporäres Dorfkulturzentrum, ein provisorisches Gemeindemuseum, eine vorübergehende ländliche Kunsthalle. Das Dorf stellt sich selbst aus, zeigt, inszeniert und artikuliert, worum es gerade geht, worum es mitunter ging und worum es gehen wird: auf dem Dorf und in der Welt.

Was wäre dann dieses Wesentliche, wenn es sich in einem Gegenstand ausdrücken könnte? Was brächten die Leute mit? Womit würden sie agieren, worüber sich austauschen? Wenn man zusammensitzt oder zusammenkommt, braucht man einen Tisch. Für eine Aufführung braucht man eine Bühne. Es könnte also so etwas sein wie ein großer, langer Tisch, oder mehrere Tische. Ein großes gemeinsames Essen wird inszeniert, eine Feier, ein Fest, eine Eröffnung. Straße und Tische wären dann schon Bühne und Versammlungsort in einem. Jeder bringt etwas zu Essen, etwas selbst Gemachtes oder etwas Symbolisches mit. Mit dem Motto von Feuer, Hirten und Opfer könnte man direkt an das dörfliche Osterfeuer anknüpfen, das hier jedes Jahr von der Feuerwehr organisiert wird.

Ein Aufruf wird in der Gemeinde in Umlauf gebracht sich zu beteiligen: Es würde stattfinden, ein Floh-und Jahrmarkt, ein Dorfcafé, eine Aktion anlässlich eines Ersten Museumsfestes der Gemeinde. Die Straße vor dem Kunstraum wird gesperrt, die Feuerwehr präsentiert ihren Einsatzwagen, es agiert die Künstlergruppe R&ST mit Tischen, es gibt Kaffee und Kuchen, sowie Flohmarkttische mit Dingen und Erstaunlichem aus der Gemeinde und auch selbstgemachte Musik.

Feuer, Hirten und Opfer: Das Feuer ist die Feuerwehr, die Hirten sind die Leute und die Tische sind die Herde. Opfer ist, was auf den Tischen und drumherum dargebracht und ausgelegt wird, alles, was kommuniziert wird.
Samstag 11.00 Uhr. Die Sonne sticht fast, es ist frisch und etwas windig.

Am Abend und in der Nacht hatte es heftig geregnet, so dass man kaum damit rechnen konnte, dass viele Leute zum Fest kommen werden.

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Im Hofgelände des KUNSTRAUM TOSTERGLOPE ist ein Zelt installiert, das Regenschutz bietet. Es gibt ein paar Biertische. Im Projektraum, der ehemaligen Diele des alten Hofes, steht ein langer Tisch mit Fundstücken, Formen, Materialien aus der Scheune. Ausserdem ein Tisch im Zentrum mit zwei Modellen – das Dorf und ein Umbauvorschlag der großen Scheune zu einem kulturellen Veranstaltungsort: die Bachelorarbeit von Henrik Schoop vom Nachbarhof, der damit sein Architekturstudium abschliesst.

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Die Straße vor dem Hof des Kunstraumes ist gesperrt. Der Wagen des Künstlerkollektivs Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel ist unterwegs, um für die Veranstaltung am Nachmittag Tische aus Köhlingen und Ventschau abzuholen.

Gegen Mittag beginnt es wieder zu regnen, aber längst nicht mehr so heftig wie am Vortag, es gibt Pausen. Allmählich füllt sich der Hof mit Menschen, die ihre Flohmarktstände und Tische aufbauen, die leckere Kuchen vorbeibringen, einander helfen und sich für das Fest einrichten.

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15.00 Uhr, etwa 70 – 80 Leute sitzen im Hof unter dem Zelt, unter den vorkragenden Dächern, im Dielenraum und unter dem abgespannten Segeldach, plaudern, schauen und haben damit begonnen, Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken. Es regnet wieder. Die Performance ist für 15 Uhr auf der Straße angekündigt. Dort warten unter einer Plane an der westlichen Absperrung 22 Tische, die von Anwohnern für die Aktion zur Verfügung gestellt wurden.

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Gegenüber der Hofeinfahrt steht ein Einsatzwagen der freiwilligen Ortsfeuerwehr mit geöffneten Türen. Die Feuerwehrleute Lars Weber, Herbert Wöhlke und Franz Weise in Arbeitskleidung laden zu Besichtigung und Information zum Thema Feuerwehr ein. Schützen, Bergen, Retten, Löschen.In der Hofeinfahrt unter einem Vordach steht ein Kleintransporter mit der Aufschrift einer 49. Auf dem Dach befindet sich eine Aktivbox neben einem Bildschirm, auf dem ein loderndes Feuer zu sehen ist. Aus dem Lautsprecher hört man den Originalton des Tostergloper Osterfeuers von diesem Jahr. Im Hintergrund das Plaudern und die Stimmen der Feuerbesucher.

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Gegen 15.30 Uhr tritt eine Regenpause ein. Die Künstler gehen nun durch die Reihen und bitten die Kaffeegäste darum, aufzustehen und mit auf die Straße zu kommen. Der Ton aus dem Lautsprecher des Kleintransporters spielt nicht mehr Feuerprasseln und Ostergespräche ab sondern deutlich über die Entfernung von etwa 50 Metern hörbares Glockenläuten. Langsam bewegen sich etwa 70 Menschen auf die Straße zu und versammeln sich am Rand in der Nähe der westliche Absperrung bei den Tischen, die nun frei ohne Abdeckung stehen, etwa 150 m vom Kunstraum entfernt. Das Glockenläuten schwillt über eine Zeitspanne von 2 Minuten an und ebbt dann langsam ab bevor der Loop wieder von vorne beginnt. Es sei das Tostergloper Glockenläuten, betonen die Künstler auf Nachfrage.

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Sie beginnen wortlos und behutsam einen Tisch vom hinteren Teil der Ansammlung zum vorderen Teil zu tragen, setzen ihn dort ab und holen langsam den nächsten nach vorn. Mehr und mehr Leute kommen ohne Aufforderung hinzu und helfen, fassen mit an, heben und tragen zu zweit oder zu dritt, seitlich oder über dem Kopf, kippen, rollen, hebeln, stemmen, setzen ab, stützen und überbrücken, legen ab und stellen übereinander. Menschen bewegen Tisch für Tisch die Ansammlung auf der Straße in Richtung Hofeinfahrt. Vier ältere Leute sitzen zusammen auf einem niedrigen Tisch wie auf einer Bank. Kinder türmen Tische übereinander und tragen sie wieder ab. Zwei Feuerwehrleute helfen dabei, einen Tisch, auf dem Kinder sitzen, anzuheben, und in die Hofeinfahrt hinein zu tragen…

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Allmählich löst sich die Menge auf und kehrt zurück zum Flohmarkt und Café. Die Tischherde hat sich in Richtung Kunstraum bewegt und wird mit der Plane abgedeckt, denn der Nachmittagsregen hat wieder eingesetzt. Das Glockenläuten hat aufgehört. Auf dem Monitor des Kleintransporters sieht man wie vorher das lodernde Osterfeuer.

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Bis etwa 18.30 Uhr dauern Flohmarkt, Café und Ausstellungen im KUNSTRAUM. Es regnet, die Leute schauen, plaudern, erzählen, kaufen, handeln – offensichtlich unbeeindruckt von den Wetterverhältnissen. Eine Flohmarktverkäuferin ist zufrieden: 60 Euro Einnahmen, Stand umsonst, das sei für ihre Verhältnisse wirklich viel. Noch am Abend fahren die Künstler mit dem Kleintransporter in den Gemeindeteilen herum und bringen ausgeliehene Tische zurück.

Fotos: Reinhard Beu, Dieter Brandes, Anne Staufenbiel, R&ST

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