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F/Werkstätten | 2013

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K I N O  auf dem Dorffest

Eine große Ehre ist es für uns auf dem Dorffest der Gemeinde eingeladen und wirklich dabei zu sein. In der alten Scheune am Dorfplatz zeigen wir im Volkskino Eindrücke von den Sommerwerkstätten.

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Es gibt für jeden Ortsteil Postkarten, die LARP-Gruppe probt Schwertkämpfe, das Projekt Gemeinschaftshaus stellt sich vor und sammelt Meinungen und Mitstreiter, unser Dorfchronist hat zum Volkskino alte Aufnahmen von Landmaschinen und historische Luftaufnahmen beigesteuert. (Piet hat später daraus einen sozialistischen Revolutionsfilm gemacht, indem er die Filmaufnahmen der Landjugend mit dem entsprechenden Beatles-Song unterlegt hat.)

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Die Kinder verkleiden sich fürs Fest in der Dorfscheune. Im Zelt auf dem Dorfplatz bei Kaffee und Kuchen finden sich Kontrabass und Akkordeon zusammen und musizieren einige Stückchen in C-Dur. Während der Sommerwerkstatt in Köhlingen kam die Idee und in Horndorf an der Straße unter den Schatten der Linden stand dann fest, wir könnten doch einfach mal auf dem Fest zusammen spielen.

Lene und Trine haben sich köstlich herausgeputzt und liefern eine Szene mit haarsträubenden Geschichten über das Dorf. Natürlich wird auch die Kunst kräftig durch den Kakao gezogen. Ganz unzweifelhaft der Höhepunkt des Dorffestes. Das nächste Fest soll ein bayerisches werden, mit Schunkeln und Jodeln, was schon einmal geprobt wird.

Sind diesmal mehr Ventschauer zum Dorffest nach Tosterglope gekommen als vor zwei Jahren? Und die Horndorfer? Und die Köhlinger? Wir haben jedenfalls so einige Menschen der vier Gemeindeteile lächeln sehen. Warum? Weil sie in diesem Sommer so vielen Leuten aus der Gemeinde begegnet seien wie nicht zuvor. Sogar neue Leute im Dorf hätten sie kennengelern.

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4 .  S o m m e r w e r k s t a t t   i n   T o s t e r g l o p e 

Nun arbeiten wir bei Heimanns am Eck, in Tosterglope direkt an der Straße auf das Dorffest hin.

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Die Kirchenbänke, die wir aus dem Staub einer Scheune geholt haben, sollen zu Ideenbänken werden um im Kino des Dorffestes als Sitzplätze zu dienen. Nein, wir sitzen nicht auf unseren/euren Ideen, wir fangen schon damit an. Denn beim Vorschreiben und Nachritzen kommen mehr Ideen und mehr Zusammenhänge, mehr Assoziationen. Tätigsein verbindet und schafft Gespräche. Tun/nicht-tun schafft Wirksamkeit.

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Viele kommen und helfen und plaudern. Sag mal, wie weit ist das denn jetzt mit dem Gemeinschaftshaus? Besuch von außerhalb thematisiert gesellschaftliche Orientierung gegenüber Marktorientierung von Kunst. Besuch von innerhalb thematisiert Jäger und Sammler und bekommt einen von-Haus-zu-Haus-Schablonendruck auf die Hochsitzkabine. Haben diese Fragen etwas mit dem Dorfprojekt hier zu tun?

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Eine Kinotafel malen. Zwei Ideenbriefkästen handwerklich spitzenmäßig und im Design überzeugend, auch hier: form follows function. Eine blaue Motorhaube wird mit Gummihammerschlägen zu einer “Tischdecke” getreiben und ziert nun einen runden Tisch im Freien. Ein Hochsitz sucht nach den Milchkühen im Dorf für den Milchcafe oder eine Milchbar. Alte Luftaufnahmen werden studiert und zeigen wie sich die Gemeinde in 50 Jahren verändert hat. An der Bushaltestelle “Lütt Hamborg” wird ein altes vom Vater gezimmertes Kaufmannsladenregal zu einer “Nimm und Bring Box”. Also nicht nur Bücher oder Marmeladen, auch CDs und was einem einfällt, laden dazu ein Überschüsse weiter zu geben und sich über Dinge mit anderen auszutauschen.

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Lauter Verwicklungen und Verknotungen: aus dem Modell des Olympiastadions von Shanghai, das als Teil der “Stadt der Katzen” auch in der Hafen City stand, wird nun ein Geben-und-Nehmen-Stand für Heimanns Eck. Beim Aufwickeln der Schläuche, die ursprünglich Teil eines schlauchförmigen Erdkilometers waren, klingelt ein Handy in der Tasche. Alle suchen nach ihrem Telefon, da ertönt der klärende Ruf: Das ist meins! So kommt der Stand mit Marmeladen und Gelee in Tosterglope zu seinem Titel “Meins & Deins” mit einem ganz verwickelt gemalten ‘&’- Zeichen.

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Schöner Morgen mit Vollmond über dem Dorf. Man sollte abends nicht noch am Computer sitzen um die Tagesereignisse einzupflegen, damit man früh auf sein kann um so etwas zu erleben. Dann Johannisbeeren gepflückt, überall ins Essen hineingenommen, lecker scharf mit Tamarinde auf Schafskäse (orange Färbung des weißen Käses mit rotem Johannisbeerton) – reine Malerei!

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Gemeinsame Dorfmusik probieren wir im kammermusikalischen Stil mit Steffi am Cello, unplugged und mit plattdeutschen Textenden sowie eigenen Liedern von Peter. Peter und André sind deswegen aus Ventschau zum Dorffest nach Tosterglope gekommen. (Sie suchen übrigens noch einen Bassisten oder einen Gitarristen).

Gedanken zum Staub in den Scheunen, wo Gegenstände ruhen, wo gebaut wird, wo gemäht wird, wo etwas bewegt wird, es entsteht immer Staub. Welcher Staub entsteht durch unserer Bewegungen in der Gemeinde? Ist alles vergeblich, wirbeln wir bloß Staub auf und nichts bleibt als ein bisschen Staub. Piet meint, das Modell der Entropie sei vielleicht besser mit diesem Staub hier zu veranschaulichen als mit Sand. Vergehen und Unendlichkeit, Verflüchtigung, Auflösung, Goldstaub.

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Mittwoch,   24.7.  starten wir gegen Mittag mit dem Pop-Up-Stand in Tosterglope. Es werden Kirchenbänke bearbeitet und eine ‘Tischplatte’ in Form gehämmert…  D A N K E  an die Nachbarn für die große Hilfe! Diese Fotos hat Wolfgang Wiegand aufgenommen:

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3 .  S o m m e r w e r k s t a t t   i n   H o r n d o r f

An diesem einsamen Ort der Welt – nur dreieinhalb Häuser am Ende einer Straße durch den Wald (Am Jägerkaten) – welchen Sinn macht es, hier eine Sommerwerkstatt einzurichten?

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Einen Besuch gab es oben auf dem Gut. Die Menschen leben hier recht zufrieden, so hieß es. Allerdings sei es schade, dass die alten Erntefeste nicht mehr so recht gefeiert werden. Fischers waren so nett, besuchten uns zweimal, obwohl sie außerhalb ein großes Jugendcamp vorbereiteten, Runges gaben uns Material, Brot, Blumen, Johannisbeermarmelade – köstlich, einen wunderbaren Schattenplatz unter den Linden, den wir für die erste Musiksession benutzten, wir bekamen Wasser, Strom zum Laden der Akkus, – und es gab so viel Besuch wie noch nie und Kinder auf Fahrrädern und Longboards im Liegen oder Sitzen.

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Zusammen mit den Besuchern aus den anderen Ortsteilen und vom Gut Horndorf selbst kamen wir auf über dreißig Leute, die die Gelegenheit nutzten bei der Sommerwerkstatt vorbei zu schauen, mit uns zu plaudern und mit anzupacken.

Es entstand neben Ideendesigns auf ausgedienten Möbeln, die wir für das Kino auf dem Dorffest nutzen wollen, eine Erfrischungsstation mit orientalisch-asiatischen Gestaltungselementen, die nicht nur durch unsere chinesische Freundin Zhang Miao inspiriert wurden.

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Neben den Beschriftungen: “Erfrischungsstation”, “was Süßes”, “weitersagen”, “Das ist die Dorfschule” und “nicht so viel reden – einfach machen” ist in chinesischen Zeichen das Wort “Volkskongress” zu lesen. Aus einem einsamen Ort war für uns ein Wunsch- und Ideenkongress der Gemeinde geworden.

Das konnten wir feiern mit selbst gemachter Musik. Zwei Sessions gab es, so wie die Musiker Zeit hatten, eine mit Zieharmonika unter den Linden und später noch eine mit Cello unter dem Zeltdach.

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W A N D E R U N G

Zum Thema Gehen und Wandern lagern eine ganze Reihe von Wünschen und Vorstellungen im Wunsch-Depot >>  Es geht dabei vor allem um Verbindungswege zwischen den Orten der Gemeinde, Verbindungen zu finden oder diese einmal vorhandenen Wege wieder her zu stellen.

Bürger aus Ventschau hatten jetzt auf der ersten Sommerwerkstatt >> noch einmal dazu angeregt und so setzten wir uns mit einer Gruppe von Kundigen und Neugierigen in Bewegung, einen Fußpfad durch den Wald von Ventschau nach Tosterglope und nach Horndorf zu finden. Auf Plattdeutsch berichtet Brigitte Dörling über diesen Versuch >>.

Wie sieht die Gemeinde, von einem anderen Ort betrachtet aus? Wie seht Ihr Euch und Eure Ideen in Bewegung? Diese Fragen hat Piet in einem Bild thematisiert >>. Die Kreise, die ursprünglich mit einem Rennmotorrad in den Wüstenboden von Nevada gezogen wurden Michael Heizer >> entsprechen dabei den Gemeindeorten, die sich aus unterschiedlichen Winkeln Richtungen und Perspektiven zueinander in Beziehung sehen. Verbindungswege waren nicht das einzige Thema, die Gespräche gingen von Geschichten über Wichtel- und Heidelbeerparadiese, über Wildschwein und Dachsbehausungen, über Jakobskreuzkraut bis zur Bienenhaltung auf dem Land und auf den Dächern in den Städten. Auf einem Bio-Kartoffelfeld konnten wir noch richtige Kartoffelkäfer finden. In Tosterglope begrüßten uns die prächtigen Stockrosen auf der Rückseite des Wenk-Hofes, die wir ohne den pfadlosen Gang über den Acker nicht entdeckt hätten.

Von Tosterglope aus Richtung Horndorf-Siedlung liefen wir auf dem Pflaumen-Weg. Nicht Pflaumen-Bäume begleiteten den Weg sondern eine Reihe von Wildkirschen, die klein, schwarz und sehr süß und lecker sind. Sollte man pflücken und weitergeben. Auch Himbeeren in großen Mengen gab es am Weg. Nicole möchte diese “wildpflanzlichen” Ressourcen der Gemeinde mit anderen erforschen und nutzen >>.

Durch unsere Wanderung wurde klar, dass ein Verbindungspfad in dem Moment existiert, in dem man ihn geht oder sucht oder eben findet. Und wo noch kein Pfad durch Betreten des Bodens und des Geländes sichtbar ist entsteht er sozusagen durch den Gebrauch, durch das Begehen. Aus Notwendigkeit oder eben aus Neugier oder der Lust am Gehen.

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2 .   S o m m e r w e r k s t a t t    i n    K ö h l i n g e n

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Am Do, 11. Juli kam zufällig Jan-Christoph mit einer Heuladung auf seinem Trecker am See vorbei und fragte uns womit er helfen könne? Natürlich der Umzug nach Köhlingen!

Das Hauszelt-Gestell passte vollständig auf den Hänger. So landete es, ohne dass wir es auseinander bauen mussten, direkt in Köhlingen. Dabei lief alles ohne Leerfahrt. Denn auf dem Hinweg hatte der Bauer uns seine Baumstangen gebracht, die wir gleich für das geplante Baumhauses auf den dafür vorgesehenen Holzlagerplatz am Zaun des Spielplatzes legen konnten.

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Ventschau mit Eleganz und Charme: Zum Abendessen brauchten wir noch ein Ei und bewunderten den schönen gestalteten Stand an der Straße, der leider schon leer war. Da bekamen wir doch glatt ein Ei geschenkt. Vielen Dank!

Ein Teetisch auf einem Baumstumpf: feinstes chinesisches Teeblatt wurde im Freien in einer kleinen Zeremonie serviert. Dazu brachten Nachbarn selbst gebackenen Butterkuchen. Aus unterschiedlichen Ortsteilen gab es unterschiedlichen Butterkuchen und sogar Buttermilchkuchen. Es gab Kaffee im Garten und Sommersuppe mit chinesischen Silberohrpilzen und deutschen schwarzen Johannisbeeren.

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Der Baum unter der schiefen Pappel in Köhlingen spendete kühlen Schatten bei der Arbeit. Nun will die Gemeinde diesen Baum fällen und dafür eine Linde pflanzen. Der “schiefe Turm” von Köhlingen sei zu gefährlich. Eine vor Ort angebrachte Baummarkierung kennzeichnet nun das Niveau auf dem der alte Baum abgesägt werden könnte, damit er als Stütze für eine Überdachung des idyllischen Platzes dient. Man könnte einen kleinen Dorftreff, einen Verweilplatz einrichten und hier Obstsäfte, Erfrischungen, frisch gepflücktes Obst oder gar Eis anbieten.

Baumstümpfe, so wurde in Gesprächen thematisiert bieten durch ihre Pilze und Mikroben, die Wärme entwickeln einen Ort der ein Kleinklima schafft. Dann könnte man an dieser Stelle möglicherweise eine Feige pflanzen. Oder mediterrane Kräuter, die es sonst hier im Winter nicht schaffen.

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Kinder aus Ventschau kommen zum Spielen nach Köhlingen und treffen Kinder, die in den Ferien ihre Großeltern besuchen. Wir haben uns mit den Ventschauer Eltern abgesprochen und lösen uns im Bringen und Abholen der Kinder ab. Bauer Andreas am Ort hat zugesagt, dass sie Steine klopfen könnten und sich auf dem Trümmern der abgerissenen Scheune seines Hofes “austoben”dürfen. Nebenbei lernen sie, wie man geschickt den Mörtel abklopft und noch brauchbare Steine aufschichten kann. Später beobachten sie die Rinderfamilie auf Pahlows Bio-Hof.

Interessante Ideen für eine Sommer-Dorfschule werden in gemeinsamen Gesprächen formuliert. Man könnte in der Gemeinde an die Form der Sommerwerkstätten anknüpfen und mit älteren und jüngeren z.B. arbeitslosen Leuten aus der Gemeinde, mit Großeltern und Nachbarn Termine im Sommer vereinbaren, an denen Kinder kommen und gebracht werden, die zusammen die Gegend erkunden und als Standort einen der eingerichteten Dorftreffplätze nutzen. Sie malen, basteln, streifen umher, trinken feinen Tee und spielen im Schatten eines Baumes. Wissen und Erfahrung  werden so spielerisch von einer Generation an die andere weiter gegeben. Nachbarn treffen sich, sprechen sich ab und machen sich´s nett.

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Eine Idee aus der Ventschauer Sommerwerkstatt wurde sofort umgesetzt. Ein Schlagzeug für eine offene Dorfband wurde ausgeliehen und im Proberaum bei Peter in Ventschau installiert. Gitarre, Bass und Schlagzeug wurden mit ein paar Songs getestet und es hat Spaß gemacht. Möglicherweise könnte demnächst mit der neuen Besetzung der Dorfband eine spontane Session stattfinden. Unplugged und mit plattdeutschen Texten zum Mitmachen auf dem Dorffest oder an einem der kleinen sich entwickelnden Dorftreffpunkte – abends bei sonnigem Wetter -. Wir suchen ganz unverbindlich noch interessierte Mitspieler: einen Gitarristen, einen Bassisten, einen Keyboarder, oder auch einen Akkordeonspieler. Wer hat Lust mit zu machen?

In vergangenen Zeiten so erzählen die “Alten” in Köhlingen haben sie, oder waren es ihre Kinder, hinter dem Haus einen Ofen aus Steinen gebaut und darauf gekocht. Ja, wenn die alte Eiche auf dem Lütjens-Hof erzählen könnte, die, man weiß es nicht so genau, bestimmt schon über 1000 Jahre alt ist. Auf Sanskrit heißt 1000 Jahre oder der/die Tausendjährige “Shatakratu” und wird als Ausdruck für hunderfache Erkenntnis, für Vollkommenheit und das Erreichen des Zieles verwendet.

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In Köhlingen gibt es nun eine Kinder-Geheimwunsch-Kiste mit einer Ideenschaukel auf der man sitzend und zupfend durch Gewichtsverlagerung unterschiedliche Töne erzeugen kann. Das war nicht so geplant aber hat plötzlich funktioniert. Gemeinsamer Aufbau inklusive. Die Teekiste obendrauf fungiert als klangvoller Resonanzkörper.

Wir haben uns als erste Etappe des Projektes “Von Haus zu Haus” einen Zeitraum von 49 Jahren gesetzt. So lässt es sich freier arbeiten, ohne die Last alles gleich perfekt verwirklichen zu müssen. Ziele und Wünsche können sich wandeln. Ideen dürfen auch über die eigene Erlebensgrenze hinaus weitergereicht werden. Jetzt seid Ihr (wer?) sozusagen dran. Die Eiche steht schon da.

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Abflug in die Freiheit. Das Hähnchen wird zum Flieger, der aus seinem Hangar startet. Diese Bildidee musste unbedingt umgesetzt werden. Äußerst hilfreich erwies sich der Seil- oder besser Fadentrick zum Sichtbarmachen der zentralperspektivischen Linienkonstruktion, die hier parallel zu Leonardos Abendmalsfresko ihr Zentrum auf die Hauptperson, in diesem Fall also auf das zum startende Hähnchen ausrichtet.

In der Gemeinde sind andererseits alle wichtig – nicht nur die Hähnchen mit den Gedanken an Freiheit und ein selbst bestimmtes Leben – und spielen eine Rolle. Piet hat versucht mit einem Bild aus Kreisen und Sichtstrahlen zu veranschaulichen, wie einzelne Gemeindeteile und wie diese Sicht sich das Sehen ändert. Dieser mulitperspektivische Aspekt fußt im übrigen auf einem Land-Art-Stück von Michael Heizer, der genau diese Kreise mit dem Rennmotorrad in den Wüstensand Nevadas zeichnete.

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1 .  S o m m e r w e r k s t a t t   i n   V e n t s c h a u 

Vom  5. – 7. Juli fand die  1. Sommerwerkstatt  in Ventschau am See statt. Der ehemalige ‘Badeort’ wurde wieder ganz schön lebendig. Glück hatten wir durch tatkräftige Unterstützung aus der unmittelbaren Nachbarschaft: jede Menge Holz für eine große Anschlagtafel gab es direkt nebenan und eine Stangenkonstruktion bekamen wir ausgeliehen um eine schattenspendende Plane auszubreiten. Strom zum Laden der Akkus konnten wir bei Familie Heil am Bungalow zapfen.

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Die Wiese am See bot ideale Bedingungen um eine Sommerwerkstatt durchzuführen. Eine großartige Situation, zu der nicht unwesentlich die Einrichtungen des Ventschauer Bürgervereins beitragen. Denn wo kann man sich im Schatten besser zu einer Gesprächrunde zusammenfinden als in dem Pavillon mit der goldenen Kugel oben auf dem Dach. Pavillon, Boulebahn, Tischtennisplatte, Spielplatz und Bushaltestelle am See sind durch Initiativen des Bürgervereins entstanden. Die Gruppe Verkehrsberuhigung nutzte die Gelegenheit, tagte mit dem Bürgermeister im Pavillon und wir von der Sommerwerkstatt waren dabei.

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In vielen Ventschauer Gesprächen während unserer Rundgänge durch den Ort wurde der Wunsch geäußert, dass die Badestelle am See wiederbelebt werde. Mehr Kinder, mehr Leben, mehr Aktivitäten auf der Wiese. Wir haben das also schon einmal ausprobiert und es ist wunderbar. Einige träumten sogar von alten Copacabana, einer weiteren Badestelle von früher an den Fischteichen. Diese Vision notierten wir erst einmal als Zauberwort auf ein Ideen-Wunsch-Design-Objekt.

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Auf alten Karten vom See, die Michael Witt aus Ventschau mitbrachte entdeckten wir das Wort Bad. Hier war also wirklich eine offizielle Badestelle. Im kurz gemähten Gras der Wiese kann man sogar die alte Einfassung der Sandaufschütteung für den Strand entdecken, die sich in einem weiten Bogen am Ufer des Sees erstreckt. David hatte sein Schlauchboot aufgepumpt und ließ uns einmal Sommerglück auf dem See genießen.

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Die tolle Bushaltestelle des Bürgervereins erhielt ein schräg designtes Bücherregal im “Wünsche und Ideen-Style” nebst einer Aufschrift: Bücher auf Reisen. Alle sind eingeladen Bücher dort abzustellen und Bücher zum Lesen mitzunehmen. Für Regen- oder Sonnenschutz gibt es an dieser Stelle auch schon einen Ausleihschirm. Die Marmeladen und Konfitürentauschstation an der alten Weide wurde gebaut und schon mal mit 4 Gläsern Holundergelee aus dem letzten Workshop bestückt. Auch freie “indianer”-Skulpturen entstanden an den großen Stein gelehnt und daneben eine traditionelle Wäscheleine als Land-Art zur Begrüßung des neuen ‘Baby´s’.

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Bei dem Treffen kam denn auch der entschiedende Stein ins Rollen, um auf großen Wunsch der Kinder der Arbeitsgruppe Baumhaus Leute zu finden, die zusammen das Baumhaus realisieren. Demnächst wird also dort ein noch größerer Holzstapel liegen, die ersten Spanngurte werden an die Eichen angelegt und stützende Rundstangen kommen von Pahlow aus Köhlingen. Danke, super!

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Die Leute in der Gemeinde sind ja nicht inaktiv, im Gegenteil, viele Freunde und Bekannte aus den Dörfern hatte sich entschuldigt, weil andere Aktivitäten im Ort lockten. So führte die Ortsfeuerwehr Tosterglope am Samstag eine Radwanderung durch, an der wir selbst gerne teil genommen hätten. Dass dies aber eher bereichernd und motivierend sein kann erlebten wir, als wir abends noch beim Feuerwehrhaus in Tosterglope zum gemütlichen Teil aufkreuzten und herzliche begrüßt wurden. An diesem warmen Sommerabend fühlten wir uns recht romantisch denn wir bekamen auf dem Fußweg sogar noch ein paar echte Glühwürmchen zu sehen.

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Piet Trantel war als dritter im Künstlerteam zur Sommerwerkstatt aus China nun endlich angereiset hatte zu seiner Premiere in der Gemeinde gleich einen Pressetermin –  hier gehts zum Artikel >>. Ein wenig stolz sind wir alle, besonders auf die Menschen der Gemeinde Tosterglope, denn zu unserer eigenen Überraschung hatte Piet sich doch noch beim Daniel-Frese-Preis der Stadt Lüneburg beworben und für das Projekt von Haus zu Haus eine Anerkennung samt Blumenstrauß abgesahnt, den wir hiermit dankend gleich symbolisch an die ganze Gemeinde weitergeben wollen. Denn durch die Ressoucen, die von Euch geschaffenen Bedingungen hier, durch die freundlichen und offenen Menschen erst hat “von Haus zu Haus” schon jetzt eine so überzeugende Gestalt bekommen können. Natürlich sind wir gespannt, was sich in den folgenden Sommerwerkstätten noch alles tun wird. Wir werden weiter von Ortsteil zu Ortsteil ziehen – Do. 11.7. nach Köhlingen –  und freuen uns schon auf tatkräftige Begegnungen…

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