Aufruf

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Ein Aufruf zur kreativen Beteiligungswerkstatt Tosterglope 2013

Liebe BürgerInnen von Tosterglope,

Deutschland ist ein fortschrittliches, ein wirtschaftlich reiches Land. Der Reichtum ist jedoch finanzieller Art und ungerecht verteilt.

Vor 200 Jahren lebten etwa 25% der deutschen Bevölkerung in der Stadt und rund 75% auf dem Land. Heute hat sich das Verhältnis mit einer gleichzeitigen Urbanisierung des ländlichen Lebensstiles umgekehrt. Dabei akkumuliert finanzieller Reichtum in den urbanen Zentren auf Kosten des Reichtums und der Vielfalt natürlicher ländlicher Ressourcen.

Städte üben vor allem auch kulturelle Anziehungskraft aus, während das Land dagegen über seine ganz eigenen (verborgenen) kulturellen Ressourcen zur Befriedigung geistiger Bedürfnisse verfügt, die es in den Städten in dieser Form nicht gibt. Das Land ist so gesehen immer noch unabhängiger und eigenständiger als die Stadt.

Wie ist das Leben hier in Tosterglope und wie steht es mit den ländlichen Ressourcen?

Mit Unterstützung des Kunstraums Tosterglope und mit Support aus dem Rat der Gemeinde wollen wir als Künstler (Brigitte Raabe, Michael Stephan und Piet Trantel : R&ST) diesen Fragen nachgehen und dazu alle Gemeindeteile Tosterglopes erkunden.  Wir wollen mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, die natürlichen und kulturellen Ressourcen des Dorfes, aus denen alle schöpfen können, erforschen und für das Dorf selbst zugänglich und nutzbar machen. Sei es einfach dadurch, dass wir ausgefallene Ideen in der Gemeinde entdecken und diese mit anderen kommunizieren.

Dabei beschränken wir uns nicht auf den Bereich Kunst im oder fürs Dorf. Uns interessieren alle Ideen, Initiativen und Aktivitäten, in denen jemand selbst, sei es allein, in der Gruppe oder im Verein, kreativ oder produktiv ist und es werden möchte. Wir suchen die Dorfbewohner, die sich nicht damit begnügen, in einer entwickelten Gesellschaft die bloße Rolle eines Konsumenten industrieller und medialer Massenprodukte zu spielen.

Wir nennen dieses Projekt „von Haus zu Haus“ und wollen ähnlich wie bei einer Zukunftswerkstatt inhaltlich und zeitlich in 3 Schritten mit Ihnen arbeiten.

1   K r i t i k – P h a s e  (März/April) – Gespräche und Besuche

In dieser Phase gehen wir tatsächlich von Haus zu Haus, um mit möglichst vielen der insgesamt 650 Bürgerinnen zu sprechen. Wir wollen wissen, wie das Leben in Tosterglope ist.  Welche Vorzüge oder Nachteile hat das Dorfleben gegenüber der Stadt? Welche Fragen stehen im Vordergrund? Was wünschen sich die Bewohner? Was fehlt hier? Welche unbekannten Ideen und Aktivitäten gibt es schon in der Gemeinde? Wo äußert sich unerkanntes kreatives Potential?  Wo gibt es Widersprüchliches? Worüber wird gerade geredet und worüber nicht? Alles ist interessant.

In dieser 1. Phase wünschen wir uns unterstützende Begleitung. Wer hat Lust, mit uns von Haus zu Haus zu gehen und an den Gesprächen teilzunehmen?

Montag 11.3. – Mittwoch 16.3. und Freitag 15.3. – Sonntag 17.3., planen wir einen ersten Rundgang durch die Gemeinde und freuen uns, wenn wir bei Ihnen vorbeischauen dürfen.

01

Wer uns treffen, begleiten oder helfen will oder wer uns zu einem Gespräch einladen möchte, kann mit uns einen Termin vereinbaren:

 E-Mail: von-haus-zu-haus@gmx.de       |      Handy: 0173 – 23 63 603      

Es wäre praktisch, wenn wir einen festen Ort als Kommunikationsstelle und Büro nutzen könnten. Von hier aus wollen wir das Projekt koordinieren. Und es dient als Anlaufpunkt für Interessenten und Teilnehmer. Mit einem leer stehenden Laden oder Lagerraum, einer Scheune, einem Backhaus, einem Gartenhaus, einem Zelt, einem Mobil, mit gebrauchten Geräten oder ähnlichem wäre uns sehr gedient. Wer aus der Gemeinde kann etwas zur Verfügung stellen oder hilft uns, etwas Geeignetes zu bauen?

2   U t o p i e – P h a s e  (Mai/Juni) – Workshops und Werkstätten

Die physische Urbanisierung hat die Städte geformt, aber die funktionale bestimmt nun mehr auch den Lifestyle im Dorf. Die Spezialisierung der Gesellschaft hat damit zur Standardisierung der Lebensformen in Stadt und Land geführt. Das hat aber auch zur Folge, dass das kulturelle Niveau auf dem Land dem städtischen nicht mehr hinterher hinkt. Daher ist kreatives Denken und Handeln als Ausgangspunkt für die Lösung von Problemen ein durchaus geeignetes Mittel. Es ist jedoch nicht nötig, Kulturimport zu betreiben. Es geht darum, wieder so viel wie möglich selbst und auf eigene Weise zu tun.

Wir wollen in dieser Phase Ideen und Aktivitäten aufgreifen und daran anknüpfend vor allem utopische und unmögliche Vorstellungen artikulieren und untereinander bekannt machen. Bestehende Initiativen sollen entwickelt und neue Initiativen sollen in Workshops und Werkstätten geweckt und werden. Den Ausgangspunkt bilden dazu immer  die Wünsche, Visionen und Interessen der Beteiligten, der Bürgerinnen und Bürger.

Workshops: zeitgenössische Kunst, Film, Musik, Texte, Gartenkunst, Selbstversorgung, Brot backen, Handwerk, ein Automobil zerlegen und neu zusammensetzen, Werkzeuge der Landgestaltung, Sie bestimmen selbst und regen an, was wir anbieten werden.

3   R e a l i s i e r u n g s – P h a s e  (Juli/August) – Ideenfestival

Zum Abschluss des Projektes in diesem Jahr wollen wir alle bestehenden und neuen Ideen, Initiativen und Aktivitäten auf einem Festival im Kunstraum, in einem leeren Ladenraum und an den einzelnen verschiedenen Orten der jeweiligen Initiativen vorstellen.

Wir hoffen natürlich, dass „von Haus zu Haus“ eine gewisse Selbstwirksamkeit entfaltet und keine Eintagsfliege bleibt. Eine langfristige Fortsetzung der alten und neu entdeckten Praktiken liegt uns sehr am Herzen. Und noch schöner wäre es, wenn sich vielleicht sogar neue Folgeprojekte aus den angestoßenen Ideen entwickeln würden.

Über den Verlauf des Projektes halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.

Angelika Kehlenbach
akehlenbach@t-online.de
84.132.165.184

Tolles Projekt! Ich wünsche euch viel guten Austausch, viele daraus entstehende Initiativen und möglichst viel Nachhaltigkeit. Ich bin gespannt, wie es weiter geht!
Grüße aus Göttingen.
Angelika

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