Enormes Potential

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Das Thema Dorf in aller Munde – ein Blick auf die Presse und ein vorläufiges Fazit …

von R&ST

Während der Sommerwerkstätten in der Gemeinde erreichten uns eine Menge von Artikeln und Nachrichten über ähnlich gelagerte Projekte. Interessant zu sehen, wie die Nachbarn in Barskamp das so machen und auch interessant, wie unsere chinesische Freundin in der Wochenzeitung “Die Zeit” über ihre Eindrücke in der Gemeinde Tosterglope berichtet. Haben wir denn wirklich Pinsel in der Gemeinde verteilt?

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Unter der Rubrik “Landleben” berichtet gar das Fernsehmagazin “Prisma” Nr. 31/2013 über sogenannte Dorfkümmerer in Brandenburg. So verstehen wir uns eigentlich nicht, aber es ist vielleicht doch noch näher dran als an einer “akademischen Dorfrettung” wie die FAZ bei einem Dorfprojekt im Rheinland titelt. Eine derartige akademische Rettung von außen käme uns nicht in den Sinn. Wir möchten finden, umsetzen und sichtbar machen, was die Leute selbst bewegt; uns interessiert, was ihr in der Gemeinde euch wünscht.

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Akademischer Einfluss kann dabei allerdings nicht schaden:

Im Vorfeld der Sommerwerkstätten wurde R&ST von Akademikern der Leuphana-Uni im Rahmen des Daniel-Frese-Preises 2013 für das Konzept “von-Haus-zu-Haus” geehrt. Wer darf sich denn jetzt über diese Anerkennung freuen? Wir geben hiermit alle Ehrungen dieser Art an die Gemeinde weiter und bedanken uns bei allen für die vielen Ideen, Initiativen, Versuche, Begegnungen und Anregungen und nicht zuletzt für das schöne gemeinsame Dorffest, auf dem wir mit einem “Volkskino” und einer Ausstellung in der Scheune am Dorfplatz zeigen konnten, was wir in der Gemeinde entdeckt haben und was sich dort alles bewegt und in Bewegung gerät.

Es geht uns vor allem um das Zeigen und Sichtbarmachen.

Das Ideen-Potiential wird sichtbar, gar nicht die Idee im Detail selbst. Die wäre schon zu konkret und würde weitere Assoziationen bremsen. Nein, wir verlassen uns auf die Eigendynamik von kleinen Impulsen des Anfangens. Was man genau macht, spielt eigentlich keine Rolle. Wie man es macht und mit welcher Stimmung es geschieht, trägt weiter. Jedenfalls gilt nicht immer die gewohnte Qualität von effektiver oder wertvoller Arbeit. Nicht zu werten, fällt uns studierten Künstlern nicht leicht. Aber beim gemeinsamen Musik-Machen konnten wir erleben: Dabei sein, ist schön, und das dient im Grunde viel mehr dem Ganzen, als sich in irgendwelche detailreichen Verbesserungsvorschläge zu versteigen.

Dass etwas nichts bringt oder sowieso nichts nützt, ist vorrangig nicht nur eine Frage ökonomischer oder marktstrategischer Erwägungen. Was bei diesem künstlerischen Projekt für und mit der Gemeinde eigentlich zählt ist, dass etwas geschieht, auch wenn man es nicht direkt sieht – besser noch, dass etwas entsteht, das wir nicht unbedingt angestrebt haben. Ein Klima der Anregung und Motivation zu schaffen, selber zu tun und einfach mit einem Gedanken anzufangen, kann nämlich ganz schön kommunikativ sein. Von verschiedenen Seiten kamen ähnliche Rückmeldungen: In der Zeit der Sommerwerkstätten sei es möglich geworden viele unterschiedliche Menschen aus der Gemeinde mit ihren Interessen kennen zu lernen und diesen sogar anders als gewohnt zu begegnen, Leuten, die man teils noch gar nicht kannte oder die man in dieser Weise nicht wahrgenommen hatte.

Und wie geht von Haus zu Haus weiter?

Das Dorffest findet jedenfalls alle zwei Jahre statt. Das ist toll. Wir freuen uns natürlich schon auf das nächste. Und in der Zwischenzeit? Oder weiter gedacht – wir fragen gerne so: Und in den nächsten 49 Jahren? Wir finden, es sollte im Kleinen ruhig so weiter gehen, das Große wird sich immer rückblickend ergeben. Einfach erstmal anfangen. Sichtbar geworden ist – und dies sollte man mit allen Unschärferelationen weiter pflegen und entwickeln – , dass diese Gemeinde außergewöhnlich ist und enormes gestalterisches Potential hat.

sw

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